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Positive Blitze: Die seltenen Einschläge, die 10-mal stärker sind als normale

Positive Blitze sind eine Art von Blitz, der im Gegensatz zu gewöhnlichen negativen Einschlägen eine positive Ladung von der Wolke zum Boden trägt. Obwohl sie nur 5-10% aller Blitze ausmachen, sind sie extrem gefährlich, da ihre Energie bis zu 10-mal größer ist, ihre Dauer länger und sie oft viele Kilometer vom Sturm entfernt einschlagen ("Blitz aus heiterem Himmel"). Wir analysieren ihren Entstehungsmechanismus, ihre verheerenden Auswirkungen und warum sie die größte Herausforderung für den Blitzschutz darstellen.

dchouliaras
22. Dezember 2025 um 23:08
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Positive Blitze: Die seltenen Einschläge, die 10-mal stärker sind als normale

Positive Blitze: Die seltenen Einschläge, die 10-mal stärker sind als normale

Der "unsichtbare Killer" der Stürme: Energie, Entfernung und die Kraft der positiven Ladung

Wenn sich ein Sturm nähert, suchen die meisten Menschen Schutz, da sie die Gefahr von Blitzen kennen. Es gibt jedoch eine Art von Blitz, die viel seltener, stärker und weitaus gefährlicher ist: Positive Blitze. Diese "Mega-Blitze" folgen nicht den üblichen Regeln und schlagen mit erschreckender Kraft ein, oft ohne Vorwarnung, selbst in Gebieten mit scheinbar klarem Himmel.

1. Die Physik der Ladung: Negativ vs. Positiv

Um positive Blitze zu verstehen, müssen wir sehen, wie sich die Ladung in einer Gewitterwolke verteilt.

  • Klassischer Blitz (Negativer CG): Bei einem typischen Gewitter trägt der untere Teil der Wolke negative elektrische Ladung, während der Boden darunter positiv geladen ist. Die Mehrheit der Blitze (90-95%) entlädt diese negative Ladung zum positiven Boden.
  • Positiver Blitz (Positiver CG): Im Gegensatz dazu übertragen positive Blitze positive Ladung vom oberen Teil einer Gewitterwolke zum Boden. Dieser obere Teil der Wolke (der "Amboss" des Cumulonimbus) erstreckt sich oft kilometerweit vom Sturmkern.

2. Warum sind sie so gefährlich?

  • Enorme Energie: Positive Blitze können Ströme von über 300.000 Ampere führen (vs. 30.000 bei negativen) und Energie bis zu 1 Milliarde Joule.
  • Längere Dauer: Die Entladung dauert länger und verursacht größere Schäden an getroffenen Objekten.
  • Größere Entfernung: Sie können 15-25 km vom Sturm entfernt einschlagen, wo der Himmel klar erscheint.
  • Einzelner, kraftvoller Schlag: Anders als negative Blitze mit mehreren Entladungen liefern positive Blitze meist eine massive Entladung.

3. Das Phänomen "Blitz aus heiterem Himmel"

Der Begriff "Blitz aus heiterem Himmel" beschreibt positive Blitze, die aus scheinbar klarem Himmel einschlagen. Dies geschieht, weil der Blitz von der Ambosswolke ausgeht, die sich weit vom Sturmzentrum ausgebreitet hat.

4. Herausforderungen beim Schutz

Standard-Blitzschutzsysteme sind für typische negative Einschläge ausgelegt. Positive Blitze stellen aufgrund ihrer größeren Energie und unvorhersehbaren Einschlagsorte einzigartige Herausforderungen dar und erfordern verstärkte Schutzmaßnahmen für kritische Infrastruktur.